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» Soğanlı/Soandos - byzantinische Höhlenkirchen & Klöster «

Bereits in römisch-byzantinischer Zeit liegen die Ursprünge des klösterlichen Lebens im Soğanlıtal. Viele einzeln stehende Tuffsteinfelsen wurden zu Kirchen, Klöstern, Wirtschafts- und Wohnräumen ausgehöhlt. Einige davon stattete man mit prächtigen Fresken und Wanddekorationen aus. Dabei wurden die Fresken oftmals von reichen Familien gespendet, um sich so ein besseres Jenseits zu erkaufen. Einmalig in Kappadokien ist der Komplex um die Kubbeli Kilise, bei der der Fels auch von außen behauen wurde. Dadurch wurde seine religiöse Bestimmung bereits von weitem sichtbar.

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Bevor man das Zentrum des Soğanlı-Tales erreicht, liegt oben am Hang die Tokalı Kilise. Im Inneren ist sie mit roter und grüner Farbe (direkt auf dem Tuffstein) sowie mit Fresken geschmückt.

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Folgt man am Ortseingang der Straße nach Norden, gelangt man zuerst zur Karabaş Kilise (Schwarzkopfkirche).

Sie gehört zu einem Klosterkomplex mit mehreren in den Tuffsteinfelsen gehauenen Räumen. Einer davon wurde in zwei Schichten mit bunten Fresken ausgestattet. In der Inschrift über der Eingangstür wird das Jahr 1060/61 genannt und als Stfter der byzantinische Feldherr Michael Skepides sowie die Nonne Katharina und der Mönch Nyponos.

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Zentrale Darstellung in der Apsis ist die Apostelkommunion. Dabei wird Jesus zweimal dargestellt. Sowohl nach rechts als auch nach links wendet er sich jeweils sechs Aposteln zu.

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Hier lassen sich zwei Bemalungsschichten sehr gut erkennen. Die untere ist vornehmlich in rot, gelb und grün gehalten und stammt aus der Mitte des 11.Jahrhunderts. Vermutlich in der Mitte des 13.Jahrhunderts wurde diese Schicht durch ein neues Fresko überdeckt.

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Multi-View-Point Panoramen der Deckenfresken mit Darstellungen aus dem Leben von Jesus.

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Einzelaufnahmen der Fresken an den beiden Längsseiten der Höhlenkirche.

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Am Ende der Straße erreicht man die Yılanlı Kilise (Schlangenkirche), die auch Canavar (Ungeheuer) Kilise genannt wird.

Der konusförmige Tuffsteinkegel enthält die Kirche mit Fresken aus dem 11. und 13. Jahrhundert.

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Rechts neben der Tür kann man den Hl.Georg, den Drachentöter, erkennen. Der Schlange unter den Hufen seines Pferdes verdankt die Kirche vermutlich ihren Namen. Georg ist ein kappadokischer Heiliger aus Potamia/Başköy.
Interessant sind hier auch die griech. Inschriften mit Jahresangaben vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts. Solche Inschriften der ehemaligen griechischen Bewohner findet man in vielen Höhlenkirchen.

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Geht man auf der anderen Seite des Tales zurück, kommt man zur Kubbeli Kilise (Kirche mit einer Kuppel).

Sie krönt einen eindrucksvollen Felskomplex im Soğanlı-Tal und ist die markanteste der Höhlenkirchen innerhalb eines von aussen behauenen Felskegels.

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Etwas unterhalb liegt die Grabkirche Saklı Kilise (versteckte Kirche) in einem Tuffsteinfelsen.

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Nebenan gibt es eine weitere Felsenkirche mit behauener Kuppel. Von hier aus läßt sich die Karabaş Kilise auf der gegenüber liegenden Talseite gut erkennen.

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Das Dorf Soğanlı im gleichnamigen Tal. Die offenen Tuffsteinfelsen geben einen Eindruck davon, wie stark sie ausgehöhlt worden sind.

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Rechts neben der vom Dorf nach Westen führenden Straße liegt der sog. Soğanlı Han.

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Etwa 200m weiter erreicht man die Barbara bzw. Tahtalı Kilise.
Durch Inschriften lassen sich die Fresken auf den Beginn des 11. Jahrhunderts datieren.

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Der Name der Geyikli Kilise stammt vom Fresko eines Hirsches das irgendwann in den letzten Jahrzehnten verschwunden ist. Man findet diese Klosteranlage am Hang gegenüber des Soğanlı Hans.

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Es ist kaum noch zu erkennen, dass diese Höhlenkirche einst mit Fresken geschmückt war.

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Bei der Frage, ob es sich bei einer Anlage um ein Kloster handelt, ist so ein Speisesaal immer ein sehr starker Hinweis darauf.

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